zum Inhalt springen

M2 Eva Hucklenbruch-Rother, Jörg Dötsch, Gerhard Sengle

Muskuloskelettale ECM-induzierte Neuprogrammierung des metabolischen Systems

Dr. Eva Hucklenbruch-Rother

Klinik und Poliklinik für Kinder- u. Jugendmedizin
Medizinische Fakultät, Universität zu Köln
Kerpener Str. 62, 50937 Köln

Prof. Dr. Jörg Dötsch

Klinik und Poliklinik für Kinder- u. Jugendmedizin
Medizinische Fakultät, Universität zu Köln
Kerpener Str. 62, 50937 Köln

 

PD Dr. Gerhard Sengle

Institut für Biochemie II
Medizinische Fakultät, Universität zu Köln
Joseph-Stelzmann-Str. 52, 50931 Köln

Zusammenfassung

Die Beteiligung der extrazellulären Glycoproteine ​​Fibrillin und Kollagen VI an der Regulation von Körperfett ist naheliegend, da Mutationen in ihren Genen (FBN1, FBN2, COL6A1, COL6A2, COL6A3) zu Syndromen mit schlankem Habitus mit wenig subkutanem Fett führen. In 2016 lieferte die Identifizierung des C-terminalen Spaltprodukts von Profibrillin-1 (als „Asprosin“ bezeichnet) eine Erklärung für die starke Genotyp-Phänotyp Korrelation bei Patienten mit FBN1 3'-Endmutationen. Asprosin wird durch Fibrillin-1 produzierendes Bindegewebe freigesetzt, stimuliert eine schnelle hepatische Glukosefreisetzung, aktiviert Hunger vermittelnde Neuronen im Hypothalamus, und ist bei Diät-induzierter Fettleibigkeit im Serum erhöht. Außerdem ist von Kollagen VI bekannt, dass es über sein Spaltprodukt Endotrophin Körpergewicht, Körperfett und Glukosestoffwechsel beeinflusst. Daher ist unsere Hypothese, dass das muskuloskeletale System an der metabolischen Reprogrammierung beteiligt ist, indem es durch Umbauprozesse – infolge muskuloskeletaler Erkrankungen oder körperlicher Aktivität – Matrix-Fragmente aus Muskel, Knorpel und Knochen freisetzt ("biomechanische Reprogrammierung"). Um diese Hypothese zu testen, werden wir Mechanismen der Produktion, Speicherung und Freisetzung von Asprosin/ Endotrophin in Skelettmuskel, Knorpel und Knochen untersuchen. Die Translation in andere Mausmodelle und menschliche Kohorten muskuloskeletaler oder metabolischer Erkrankungen wird es uns ermöglichen, das diagnostische, präventive und therapeutische Potential von Asprosin/ Endotrophin zu erforschen.